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jumpcut
April, 2025
«Jump Cuts» initiieren plötzliche Sprünge in kontinuierlichen Erzählsträngen. Ihre zeitlichen und örtlichen Sprünge schaffen Desorientierung. Kurze Irritation und Diskontinuität – spekulative Räume. Durch das Weglassen eines Stücks – einer Mittelpartie – entstehen keine Leerstellen oder Pausen – sondern Verdichtung und Dynamik.
Ein «Jump Cut» kann so subtil sein, dass ihn das unaufmerksame Auge kaum wahrnimmt. Ebenso unbemerkt werden alltägliche und kontinuierliche Handlungsmuster gegenwärtig aufgebrochen und verwandeln sich in sprunghafte Erlebnisse. Sie offenbaren einen parallaktischen Status quo.
In dieser zehnten Ausgabe von Lila Strauss befassen sich überraschend viele Beiträge mit dem gebauten, öffentlichen Raum. Die unterschiedlichen Beobachtungen, alternativen Erzählungen, kurzen Reportagen oder konstruierten Fiktionen schaffen, hinsichtlich aktueller politischer und sozialräumlicher Tendenzen, Risse.
Durch diese erhalten die Leser:innen dieser Ausgabe diskutable Alternativen zu tendenziösen politischen, sozialen und räumlichen Entwicklungen. Ebenso wird in diesem Heft die Möglichkeit konstruiert, die scheinbar unveränderliche, etablierte Realität von Stadtraum zu hinterfragen und zu überwinden.
Um eine alternative Zukunft zu ermöglichen, radieren die «Jump Cuts» dieser Ausgabe die Vergangenheit und Gegenwart nicht aus. Im Sinne einer «inklusiven Ästhetik» nehmen sie diese in sich auf und verklammern sich zwischen bereits vorhandenen Fragmenten und Splittern.
Die sprunghafte, spekulative Rezeption betont, überformt, hinterfragt und spekuliert, über den mehrschichtigen, rätselhaften – vielleicht sogar mythologischen Kosmos der Stadt, des Bahnhofs, des Ferienresorts oder der anfänglich nebensächlichen – übersehenen – Spiegelung eines Fensterglases.
Sprung! und cut.**
mit Beiträgen von:
Moritz Wahl, Julian Holz, Nele Rickmann, Susanne Hefti & Damjan Kokalevski, dorsa, Joshua Guiness, Vicente Nequinha, Miriam Rutherfoord & Immanuel Esser, Pierre Marmy, Alias, Francisco Cortes & Tim Schwander, ZAS, Markus Käch, Architekturkollektiv filiale*



























